Tips und Tricks rund um die Öfen


1.) Die Analyse kommt zurück und das Material wird auflegiert. Da aber eine 2te Probe genommen werden muß, zieht man diese erst nach einer angemessenen Zeit. Die Legierungsbestandteile sollen sich erst mit dem flüssigen Material vermengen. Würde man sofort nach dem Auflegieren eine Probe ziehen, würde die Konzentration stärker sein und der Effekt gleich null. Außerdem müßte evtl. noch einmal auflegiert werden, wodurch das Endprodukt verdorben wäre.

2.) Teilweise wird ein Zustellofen mit z.B. 8 Tonnen auf folgende Tonnage kommen: z.B. 7.8 Tonnen; Grund ist eventl. an den Seitenwänden des Zustellofens "erkaltetes" Material oder Schlackenreste, oder die Leistung der Induktionsspule sorgt zwar für Verwirbelungen, aber nicht in dem Maße, wie man es möchte. Auch hier kann sich ein Zustopfeffekt bilden.

3.) Nach dem Kerneinlegen in z.B eine Sandform, wird gegossen. Sie haben den Kern auf Styrophorklötzchen gelegt, da der Kunde ein öl- oder wasserdichtes Gehäuse wünscht. Nach dem Erkalten stellen Sie fest, daß die Abmaße nicht mehr stimmmen. Ein Ergebnis von vielen: durch die Gießgeschwindigkeit schwimmt der Kern kurz oberhalb des Gießmaterials. Wenn die Möglichkeit besteht, mit einem oder zwei warmen Metallstäben den (Styrophor)Kern leicht andrücken. Ein Aufschwimmen wird unterdrückt.

4.) Beim Schmelzen mit dem Lichtbogenofen wird der Boden durch die Verwirbelung mit den Elektroden immer dünner. 2-3 mal Quarzsand in die Vertiefung, mit dem Kratzer etwas ausgewaschen und neuer Quarzsand aufgefüllt, läßt den Boden wieder steigen.

5.) Ihr Induktionsofen (sauer) hat zuviel Oxide. Vor dem Chargieren oder beim Abschlacken 2 Schaufeln klares Glas bewirken dasselbe wie Bindemittel und entfernt Oxide.

6.) Ihr Masselbett wird immer wieder vollgekippt. Die Werker ackern, um die Masseln wieder rauszubekommen. Vor dem Kippen ganz einfach ein altes, stabiles Gußstück in das Bett, und Sie können die Masseln z.B. mit dem Kran ganz leicht herausziehen.

7.) Ihr Formsand ist nicht fest genug. Das Meßgerät ist nicht zur Hand. Werfen sie eine Handvoll Sand gegen die Wand. Bleibt der Sand kleben, ist genug Feuchtigkeit im Sand. Oder drücken Sie ihn mit der Hand zusammen. Brechen Sie das Stück auseinander, die Bruchflächen bleiben erhalten, hervorragend, Ihr Sand hat genug Feuchtigkeit.

8.) Nach dem Chargieren in dem Elektroofen bricht eine Elektrode ab. Sie werfen eine alte Metallschlinge über die Elektrode, aber es klappt nicht, da die Elektrode mitten im Ofen steht und auch schon Temperatur vorhanden ist. Aber da ist noch der Kran, also eine Schlinge in den Kranhaken und eine Schlinge etwas größer gemacht. Führen sie nun mit einem langen Metallstab die größere Öse über die gebrochene Elektrode, schlagen etwas auf die Öse, damit sie nach unten rutscht und lassen den Kranfahrer anziehen. Ergebnis: kaum geschwitzt, Arbeit erleichtert, da Zeit gespart. Der Rest der Elektrode kann, nachdem sie zersägt oder kleingeschlagen wurde, den Ofenreisen mit auf den Weg gegeben werden.

9.) Beim Umfüllen vom Ofen in z.B. Pfanne gibt es immer wieder an ein- und derselben Stelle Auswaschungen. In die Schnauze vom Ofen wird eine kleine Erhöhung mit eingearbeitet und der Gießstrahl wird in der Anfangsphase etwas abgebremst. Dadurch kann das flüssige Metall z.B. auf den Boden der Pfanne gelangen und dort stetig ansteigen.

10.) Beim Chargieren oder während des Betriebes mit dem Induktionsofen ist aus der Stampfmasse etwas ausgebrochen oder ein Loch im Mantel. Mit einem passenden Faß oder einem größeren Blech, das geformt wird, kann man eine Ofenreparatur machen. Das Blech wird mit langen Metallstangen an die Ofenwand gedrückt. Stückiger Schrott wird eingefüllt (ungefähr bis zur Mitte des Bleches) und das Blech etwas in die Ofenmitte gedrückt. In diese Öffnung kann nun Stampfmasse mit Schaufeln eingefüllt werden. Das Blech wird danach wieder an die Wandung gedrückt und mit Schrott aufgefüllt. Das Ganze gesintert (Werte experimentell ermitteln) und mit etwas Glück kann man noch 10 Chargen, vielleicht auch mehr fahren. Bitte daran denken, daß erkaltetes Metall bzw. Schlacke an der Ofenwandung ist und deshalb keine vollständige Haftung erreicht werden kann.

11.) Während einer Probe bei der Spektralanalyse wird ein Wert besonders hoch ausgewiesen. Die Probe wurde sauber abgeschliffen, hatte aber vorher Vertiefungen, die verbunden waren. Säubern Sie die Probe nochmals auf der Schleifscheibe. Nach dem Abfunken müßten beide Werte ziemlich identisch sein.

12.) Beim Fahren mit der Disamatic wird ein anderes Produkt aufgelegt. Die Ballengröße bleibt bestehen. Da aber eine Traube von mehreren Teilen am Gießsystem hängt und die ersten Teile im oberen Bereich nicht ausgegossen sind (halbe Kugeln oder ausgelaufen), sollte vielleicht statt der Luftpfeife ein offener Steiger installiert werden.

13.) Immer wieder wird gerade in kleineren Gießereien beobachtet, daß beim Impfen das Mittel, zwar langsam, in die Schmelze beim Gießen gegeben wird. Besser ist es, das Impfmittel direkt in den Gießstrahl zu geben, da es so genauer verteilt und aufgelöst wird.

14.) Sie haben eine größere Serie an Formmasken und sollen diese vollgießen. Die Masken in einen stabilen Stahlbehälter gestellt, mit Strahlkugeln umgeben (als Stabilisierung und zur Wärmeaufnahme und Speicherung), kurz gerüttelt, abgegossen und der Guß wird später sauber aus der verbrannten Form kommen. Sollte trotz Abdeckung beim Rütteln die Formmaske im oberen Bereich brechen, kann man mit einem Magneten die Strahlkugeln entfernen und die Maske retten.

15.) Das leidige Problem mit den CO 2-Kernen. Ausgerechnet zum Ende der Serie geht ein Kern kaputt und ein Ersatz ist nicht in Sicht. Kernkleber kennt jeder, aber die Aushärtedauer. Hilft nur eines; wenn der Trockenofen oder ein Gasbrenner nicht zur Verfügung steht, eine brennbare Flüssigkeit über die Bruchstelle (Sicherheítshinweise beachten) und angesteckt. Nach ca. 3-5 min., je nach Stärke des Kernīs, ist der Kleber soweit abgebunden, daß man ihn verwenden kann.

16.) Schlitzdüsen, die Begasungsnadel oder die Halterung für den Haken hinterlassen in jedem Kern ihre Spuren. Diese Vertiefungen haben den Nachteil, daß Metall einlaufen kann und den Kern sprengt. Anlegesand in diese Vertiefungen gegeben und etwas mit dem Finger drübergestrichen, schon sieht der Kern wie neu aus.

17.) Knete-Kitt für Kinder eignet sich auch hervorragend für die Maschinenformerei. Sie haben den Oberkasten fertig gestampft und machen den ersten Probeabguß. Und gleich hinter dem Einguß die erste Kontur. Dementsprechend sieht auch das Gußstück aus. Sie haben Verwirbelungen oder Abbrüche. Legen Sie in die Kontur eine kleine Rolle aus Knete-Kitt, drücken es leicht (Fase) an und sprühen es aus einiger Entfernung mit Trennmittel ein. Der nächste Probeguß müßte gelungen sein.

18.) Die Putzerei soll Gußteile strahlen und später mit heller Vorstreichfarbe einsprühen. Weil; der Kunde reklamiert später und meint, daß das Strahlmittel einen zu hohen Staubanteil hat. Prüfmethode hier war: Der WE legte einen kleinen Siliconring auf das gestrichene Gußteil, gab destilliertes Wasser in den Ring und ließ das Ganze ca. 24 Std. stehen. Am nächsten Tag konnte man tatsächlich die dunklen Stellen mit dem Staubanteil sehen. Beim Strahlen von Blechen z.B. wird die ehemals blanke Oberfläche allmählich matt, was auf einen höheren Staubanteil schließen läßt.

19.) Wer nur mit Induktionsöfen arbeitet, kennt folgendes Problem. Beim Umfüllen oder Chargieren nutzt sich die Stampfmasse ab. Man kann nach dem Gießen 2 Schaufeln Stampfmasse auf die linke und rechte Seite in Höhe der Gießschnauze geben, um den Abtrag geringer zu halten. Die restliche Stampfmasse, die nicht haften bleibt, rutscht auf den Boden und bedeckt diesen.

20.) Sie arbeiten mit einer klassischen Alu-Legierung (wegen eines Bauteiles lohnt sich aber keine Umstellung), und der Kunde wünscht sich ein etwas veredeltes Gefüge. Durch Zugabe von Strontiumstangen (Anleitung bzw. Anweisung siehe Hersteller) läßt sich auch dies bewerkstelligen, wobei die Legierung trotzdem vergiessbar bleibt.

21.) Ihre Schmelze ist fertig. Abgeschlackt und gesäubert, und wieder mit einem Bindemittel versehen, da es im Ablauf zu einer Störung gekommen ist. Trotzdem lassen Sie die Absaugung mit voller Leistung weiterlaufen. Falls möglich, regeln Sie sie runter. Es spart nicht nur Energie, sondern hilft auch Ihrem Ofen, da nicht soviel nachgeheizt werden muß. Der Schlackendeckel (der sich wieder bildet) sollte trotzdem von Zeit zu Zeit aufgebrochen werden, um Ihnen Zeit und Arbeit zu ersparen.

22.) Der Lichtbogenofen mit der Schmelze ist kurz vor dem Auflegieren. Plötzlich tanzen die Elektroden auf dem Bad (hörbar, erkennbar am Regeln der 3 Kreise und ersichtbar auf der Anzeigetafel). Der Grund könnte mit sein, daß Sie vielleicht mit sauberem Schrott arbeiten und sich kaum Schlacke auf der Schmelze gebildet hat. Umgehen können Sie dies, indem man einige Schaufeln Sand auf das Bad gibt. Schon hat man einen besseren Widerstand und die Oxide können auch besser aufgenommen werden.

23.) Sie sind beim Chargieren und setzen noch Schrott (Blech) zu. Ab ca 3 Tonnen bemerken Sie eine starke Qualmneigung mit kleinen hellen Sternen im Abzug. Es könnte sich um verzinktes Blech handeln. Abhilfe wäre eine Vermischung mit sauberem, flüssigen Material (soweit möglich, Abguß in Masseln und Zusetzen von sauberem Schrott).

24.) Neuanlieferung von Schrott. Beim Schmelzen reagiert der Ofen anders als gewöhnlich.


Dies ist nur eine kleine Zusammenstellung, die leider nicht auf jede Gießerei zutrifft. Also bitte mit Bedacht diese Hilfen einsetzen, da keine Gewähr übernommen werden kann.

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